Donnerstag, 30. Januar 2020

Hopetoun




Abends assen Miki und ich Pfeffersteak und schauten noch Timon und Pumba on Holiday und Over the Hedge. Danach waren wir beide totmüde und beschlossen einstimmig schlafen zu gehen.
Donnerstag, 30.01.20
Morgens spazierte ich noch einmal zwei Stunden am Deich entlang. Ich telefonierte etwas mit Tobi und es fühlte sich total an wie Duhnen, auch temperaturmäßig.
Zane briet mir ein paar Kürbis-Rosmarin-Würstchen zum Frühstück, dann brach ich nach Hopetoun auf.
Sobald ich aus dem Auto stieg, wurde ich nahezu vom Wind mitgerissen. Ich musste richtig kämpfen, um gerade aus zu laufen.
Ich sah meine zweite Schlange, um die ich aus Sicherheitsgründen einen grossen Bogen machte.
Als ich im Kern des Ortes ankam, fing es prompt am zu giessen. Die Zeit verbrachte ich gut im Supermarkt. Dann ging es für mich zum Strand, welchen ich nur mit Sturmmöwen und Seeschwalben teilen musste. Das stürmisch nasse Wetter war wohl nur etwas für Nordseekinder.
Ich kletterte auf den Steg und setzte mich für eine Weile auf die Steine, bis der Wind anfing mir die Wellen in den Rücken zu pusten.
Eine Schotterstraße führte zu einem Lookout. Von hier führte ein sandiger Wanderweg in die Büsche. Nach kurzem Überlegen machte ich mich auf dem Weg und kam tatsächlich recht bald ins Schwitzen. Nicht nur wegen der herauskommenden Sonne, sondern auch, weil ich ziemlich tief in dem weichen Sand versank.
Danach ging es zum Campingplatz, wo mich eine böse Überraschung erwartete. Kein Netz, kein Internet. Und ich hatte Storm versprochen, ihm den Standpunkt meines Schlafplatzes zu senden. Mist.
8km musste ich weiterfahren, bis ich endlich neben dem Highway anhalten und meine Nachricht versenden konnte. Eigentlich hatte er mich auch anrufen wollen, aber das war mir zu ungemütlich direkt am Highway, weshalb wir das auf den nächsten Tag verschoben.
Kaum war ich wieder am Campingplatz, mittlerweile viertel vor sieben, konnte ich hinter den Bäumen einen wunderschönen Sonnenuntergang erahnen. Wo kam jetzt bitte die Sonne her? Wäre ich Mal länger beim Lookout geblieben...
Der Campingplatz war super nett. Viele Bäume und Buchten für je ein Auto. Grillen zirpen, Blätter rauschen, nichts zu bemängeln.

Mittwoch, 29. Januar 2020

On my way




Dienstag, 28.01.20
Morgens besorgte ich ein paar Sachen für mein Auto. Da ich mit dem Fahrrad unterwegs war und die Hitze mich nahezu umbrachte (42 Grad um zehn Uhr morgens), stoppte ich am Exchange und Sally versorgte mich glücklicherweise mit zwei grossen Gläsern Wasser.
Zuhause packte ich meine Sachen dann erneut in Storms Koffer (mein Rucksack würde hier bleiben) und machte alles soweit fertig für die Abfahrt. Außerdem telefonierte ich mit Mimi.
Als Glenn und Storm von der Arbeit kamen und das neue Sofa ins Wohnzimmer geschafft hatten, war mein Ofengemüse auch fertig.
Storm ich fuhren aber erstmal wieder zur Werkstatt zurück und fingen an am Auto herumzubasteln. Wir tauschten Scheibenwischer, Öl, Ölfilter, Benzinfilter und Rücklicht aus und sogar Glenn kam mit ein paar Bieren hinzu und fing an, den Wagen zu polieren und die Handbremse einzustellen.
Wir fanden eine giftige Spinne unter dem Auto, Peter wurde keine Minute später mit einem Werkzeug zerdrückt.
Als wir fertig waren, stand ein Wagen vor uns, der mit nur wenig Arbeit und für wenig Geld plötzlich wesentlich mehr wert war als die 2000 Dollar.
Zurück am Haus, probierte Storm noch ein paar Knöpfe aus, während Glenn und ich die Kebab Spiesse brieten.
Wie schafften noch eine Folge Spartakus, dann kündigte Storms Handy auch schon Bett-Zeit an uns mein vorlaeufig letzter Abend in Kalgoorlie näherte sich dem Ende zu.
Mittwoch, 29.01.20
Nachdem ich mit einer Umarmung von Glenn und mit einem Kuss sowie einem " Don't miss me too much" von Storn verabschiedet wurde, frühstückte ich in Ruhe ein letztes Mal Hashbrowns mit Avocado und Spiegelei, verstaute mein ganzes Zeug im Auto und telefonierte kurz mit Terry, mit weichem ich seit Ewigkeiten nicht mehr gesprochen hatte.
Vergeblich versuchte ich bei Supercheap Auto und Repco einen Blinker für die rechte Seite zu bekommen (meiner funktioniert, aber das Glas fehlt). Mir wurde geraten, es in Perth noch einmal zu probieren.
Dann ging es endlich los. Mit meinem Wagen, ich glaube ich nenne ihn Peter nach der Spinne gestern Abend, ging es endlich auf den Highway Richtung Esperance. Dank der Tatsache, dass ich einen Automatik mit Tempomat fuhr, gestaltete sich die Fahrt als viel entspannter als erhofft.
Ich sah ein paar wilde Ziegen am Strassenrand, überfuhr eine meterlange Eidechse und eines der Fenster fuhr sich unbemerkt herunter, weshalb es plötzlich warm im Auto wurde, ansonsten passierte aber gar nichts.
An Mikis Haus fuhr ich erstmal vorbei, was diese natürlich mitbekam und nur mit einem Kopfschütteln quittierte.
Mit Fernglas bewaffnet machte ich mich zu einem Strandspaziergang auf. Während ich am weissen Sandstrand entlang lief, konnte ich ein riesengroßes Kreuzfahrtschiff und eine klitzekleine Qualle bewundern.

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Work Day


Ich fasse noch einmal zusammen, wie mein Arbeit generell ablaeuft.
Meistens fange ich um sechs Uhr im Restaurant Paddy's an. Die ersten 45 Minuten ist meistens nichts los. Die Ruhe vor dem Sturm.
Dann gibt es drei verschiedene Rollen, die wir uns  aufteilen.
1. Hinter der Essensbar. Dort werden Essens- und ggf. Getraenkebestellungen aufgenommen.
2. Hinter der Getraenkebar. Hier werden Getränke ausgegeben, Glaeser gespuelt und poliert.
3. Als Kellner. Essen zu den Tischen bringen (jede Bestellung hat eine Tischnummer), Teller und Glaeser abraeumen.
Die Getraenkebar ist mein Lieblingsplatz.
Ab acht bis meistens zehn Uhr wird dann aufgeraeumt. Zunaechst wird die Essensbar und die Kaffeemaschine geputzt, Tische gewischt, schon einmal einige Stuehle hochgestellt,  Besteck poliert, alle Glaeser und anderer Kram durch die Spuelmaschine gejagt, die Stuehle von draussen reingeholt, die Kuelschraenke aufgefuellt- und dabei haeufig Pommes gegessen.
Ab neun gehe ich meistens rueber in die Bar Exchange. Das Ganze zusammen nennt sich Exchange Hotel.
In der Bar gebe ich dann eigentlich nur Getränke aus. Auch hier muessen die Kuehlregale aufgefuellt werden. Das dauert bei den Mengen aber meistens etwas laenger. Gut, dass man den Fan ausstellen und eine dicke Jacke drueber ziehen kann. Die vollen Kisten mit dem Trolley von A nach B und durch die Tueren zu bekommen ist auch nicht unbedingt so einfach. Zwei Flaschen habe ich schon zerschmettert. Aber auch schon zwei Glaeser, wenn ich schon dabei bin...
Am Ende der Nacht, meistens gegen 2, ausser Sonntags gegen 12, wird dann auch die Bar geputzt. Das ist es so generell. Tagsueber finden sich natürlich manchmal noch andere Aufgaben, zum Beispiel Bierzapfhaehne sauebern, aber das ist dann immer wieder mal und nicht taeglich.
Am Ende des Tages gibt es dann haeufig noch ein Staffy. Ein kostenloses Getränk fuer die Angestellten.

Da ich nicht wirklich viel über meine Zeit im Exchange niedergeschrieben habe, kommen hier noch einmal ein paar der besten Situationen:

An einem Tag hatte einer der Kunden seine Kreditkarte verloren, diese wurde aber bei uns in der Bar weiter genutzt. Jeder von uns in der Bar bekam die Kartennummer und seinen Namen auf die Handinnenfläche geschrieben, damit wir ggf. die richtige Karte identifizieren konnten. Nach meiner Schicht schrubbte ich die Nummer schnell wieder weg, damit Storm nicht auf die Gedanken kam, es handele sich um die Nummer irgendeines Kerls.

Einen anderen Tag hatten wir eine Gruppe von Leuten, die erst im Restaurant eine Runde Snickershots nach der anderen bestellt hatten, und dann rüber in die Bar kamen, um auf Black Samuca Shots umzusteigen.
Beide angefangenen Flaschen tranken sie leer und wir mussten neue aus dem Vorratsraum holen gehen.

Eines Nachts blieben wir wieder länger zum Trinken. Shane hatte auch eine Weile dabei gesessen, ließ uns aber mit der Warnung „Just twenty minutes more“ zurück.
Wir waren alle schon angeheitert und wollten eigentlich ungern gehen. Sally hielt sich aber daran und schmiss uns genau zwanzig Minuten später aus der Bar.
Clay, Andy, Charlie und ich gingen hoch. Charlie holte seine Skimpieklamotten und wir trafen uns alle in Andys Zimmer wieder. Stolz zeigte er uns jedes einzelne seiner Outfits und ich muss sagen, es stand ihm ausgezeichnet gut. Der Thong hätte mir niemals so gestanden.
Wir vernichteten Andys Schokolade, lachten viel und auch Clay brachte mit seinen Posen seine schwulste Seite hervor.
Leider wurde unsere gute Laune durch Shane wütendes Klopfen gestört. Charlie versteckte sich schnell hinter dem Bett, damit Shane keinen Blick auf seinen Körper erhaschen konnte. Clay und ich wurden rausgeschmissen, Charlie in sein Zimmer verwiesen. Schade aber auch.
Da Clays Haus aber genau auf meinem Nachhausweg lag, schob ich das Fahrrad und wir unterhielten uns noch eine Weile.

In die Gold Bar gingen wir auch häufig. Zum Beispiel in Dans erster Nacht.
Wir tranken erst in der Bar vor (ein Getränk pro Stunde, da ich noch fahren musste). Dan, Jacinta, Jordyn und ich hatten an diesem Tag nur im Restaurant gearbeitet, Maria und Charlie kamen bald dazu, da in der Bar für einen Freitagabend absolut nichts los war.
Zusammen zogen wir in die Goldbar, der einzige Club in Kalgoorlie, wo ich sonst eigentlich immer nur mit Glenn hinging. Wir tanzten auf verschiedenen Tanzflächen und Jacinta und Jordyn verabschiedeten sich irgendwann (sie hatten eingesehen, dass Daniel nicht an ihnen interessiert war, Charlie tanzte doch hoffnungsvoll). Wir hatten super Spaß, bis er plötzlich verschwand. Und nicht mehr zurückkam.
Dieses „ghosten“ waren wir normalerweisen nur von Courtney gewöhnt, der das ständig machte. Er verschwand einfach von der Bildfläche, wenn er merkte, dass eer zu betrunken war.
Maria, Charlie und ich konnten nicht wiederfinden, weshalb wir ihm schrieben und zurück zum Exchange gingen. Sally räumte gerade auf und lachte nur über die Geschichte.

Clay und ich wurden auch Pausenpartner. Genauso wie ich hatte er wenig Lust, in den 45 Grad des Sommers Kalgoorlies nach Hause zu laufen, weshalb wir manchmal im gut gekühlten Restaurant an unserem Standartisch saßen. Dieser Tisch stand natürlich den Kunden zur Verfügung, wurde am Ende des Abends aber immer zum Polieren des Bestecks genutzt. In der Mittagspause saßen wir dann häufig hier, aßen und spielten Scrabble. Das endete meistens in lautem Gelächter (und manchmal irritierten Kundenblicken), da ich das Lexikon zur Hilfe nahm und manchmal mit seltsamen Wörtern (wie z.B. ein anderes Wort für Vagina) ankam. Dank des Lexikons gewann ich aber auch überwiegend.
Andere Tage nahm ich mir die Stifte und malte die Kinderbilder aus, die wir den Gästen zur Verfügung stellten. Besonders Ella und Courtney fanden das immer ganz lustig.

Mit Clay hatte ich generell am meisten Spaß während der Arbeit. Besonders zum Ende hin führten wir in der Bar regelmäßig Eiswürfelschlachten, die sich so weit entwickelten, dass wir zwischendurch den Schlauch auf einanderhielten und uns mit Trinkwasser bespritzten.
So amüsierten wir viele Kunden, die uns dann auch anfeuerten, oder darauf hinwiesen, wo der andere sich gerade versteckte. Wenn Charlie Manager war, fanden unsere Kriege ganz auffällig Stadt, bei Sally waren wir etwas vorsichtiger und wenn Shane auftauchte, waren wir die bravsten Barleute, die die Welt je gesehen hatte.

Maria und ich verbrachten viel Zeit unserer Freizeit mit Backen. Brownies, Cookies, Vanille Kipferl, … Manchmal nahmen wir mein Corona zum Ausrollen, manchmal zum Zerbröseln von Keksen. An anderen Tagen gingen wir einkaufen, shoppen oder redeten einfach.
Für einen Tage machten wir aber auch einen Ausflug nach Esperance.
Um sieben Uhr morgens ging es los. Ich hatte uns Äpfel und Kekse mitgenommen, die wir schon überwiegend auf der 4,5 stündigen Autofahrt verdrückten.
In Esperance angekommen, konnten wir es kaum fassen. Es war fast schon etwas kühl, eine frische Brise wehte und die Luft schmeckte salzig. Wir fuhren etwas an der Küste entlang, bis wir einen abgelegeneren Strandabschnitt fanden. Hier pflanzten wir uns in die Sonne und gingen einige Male schwimmen. So türkisfarbenes, klares Wasser hatte ich noch nie gesehen. Das Schild über Haie und Strömungen entdeckten wir erst auf dem Weg zurück zum Auto.
Unglücklicherweise waren wir beide nicht an die Sonne Australiens gewöhnt und verbrannten uns total. Deshalb entschlossen wir uns, mit Handtüchern über den Schultern Eis einkaufen zu gehen und an der Promenade entlangzuspazieren. After-Sun-Creme besorgte ich mir auch gleich mit.
Auf dem Rückweg fuhr ich dann, was ganz lustig war, da das Auto einen Gang mehr hatte und mich etwas verwirrte. Bis auf die Kreisverkehre in Kalgoorlie selbst, fühlte sich Maria anscheinend ganz sicher.

Auch mit einer der Küchenhilfen traf ich mich manchmal. Kurz nachdem ich angefangen hatte, im Restaurant zu arbeiten, lud er mich zum Trinken ein. Zusammen fuhren wir zu einem Pub, der eine Stunde außerhalb von Kalgoorlie lag. Dort schrieb ich „Ein Zwerg“ an die Wand. Der Pub war nämlich über und über mit Unterschriften übersät. Es war schwer gewesen, eine freie Stelle zu finden. Ich fand einen netten Jumpsuit, als wir zusammen in einem OP-Shop waren und er kaufte sich ein Hawaiihemd, dass er den ganzen Tag nicht mehr auszog.

Silvester und Neujahr waren keine besonders guten Arbeitstage. Wir wurden doppelt bezahlt, aber es war auch unglaublich anstengend.
Selbst um genau zwöf Uhr musste ich ein Getränk ausschenken. Die Bar war rammelvoll. Glenn kam vorbei, um mir ein frohes neues Jahr zu wünschen, das fand ich unglaublich süß.
Am nächsten Mittag zu arbeiten, war aber noch schlimmer. All diese verkaterten Leute, die eigentlich nur ihrer Familie wegen das Bett verlassen hatten. Eine Frau ließ ihre Lamb Shank drei Mal zurück zur Küche bringen!

Besonders gerne mochte ich die Top-Drill-Leute. Diese kamen jeden Tag und man kannte sie irgendwann auch mit Namen. Drei von diesen unterhielten sich auch immer etwas mit mir und wiesen mich fast täglich auf meien Hikkies hin. Es war schon ziemlich lustig (Courtney zum Beispiel fand erst kurz vor Bali heraus, dass es sich nicht um ein wanderndes Muttermal handelte).

Irgendwann hatte Courteny beschlossen, dass ich soweit war, um anderen die Bestellungsaufnahme beizubringen.
Ich hatte eigentlich fast jede Schicht an der Essensbar verbracht, aber ich war doch nervös. Zum Glück war der 19-Jährige Italiener unglaublich lieb.
Zwei Tage später durfte ich es sogar Dan beibringen, was etwas schwerer war, da ich mich immer noch an den Dialekt des Iren gewöhnen musste. Sogar Sally musste immer wieder nachfragen.

Zu Weihnachten setzten Charlie und ich einen Weihnachtsbaum auf und schmückten einen ganzen Raum. In diesem Raum hatten wir dann später unsere Weihnachtsfeier. Wir wichtelten und Courtney hatte sich als Weihnachtsmann verkleidet. Maria und ich waren vorher zusammen einkaufen gegangen, was gar nicht so einfach gewesen war. Ich hatte nämlich sie gezogen gehabt.
Shane überraschte uns mit riesigen Tüten voll mit McDonalds esssen und einen freien Cocktail dazu.
Später tranken wir noch etwas an der Bar und Maria und ich gingen zu Target shoppen.

Mein letzter Arbeitstag ging irgendwie total schnell vorbei. Schon den ganzen Januar über war es auffällig ruhig gewesen, da viele Leute in den Urlaub gefahren waren und ggf. wegen der Buschbrände außerhalb Kalgoorlies festsaßen.
An diesem Tag arbeitete ich nur im Restaurant und wir fingen gegen neun Uhr an unsere Staffys zu trinken. Charlie, Maria, Jacinta, ein neues Mädchen und ich. Wir gingen nach oben in den Aufentahltsraum und Shane, Storm und Glenn (die beiden durften ausnahmsweise kommen) stießen dazu. Wir spielten abwechselnd Bierpong und unterhielten uns draußen auf der Terasse. Shane hatte sogar zwei Jugs Bier hinzu gesteuert.
Storm ging relativ früh, aber Glenn ließ sich von seiner Arbeit am nächsten Morgen nicht stören. Sobald Storm gegangen war, spielten Clay und ich eine unglaublich gute Runde nach der anderen. Woran das wohl lag?
Glenn bestellte uns beiden später ein Taxi nach Hause. War ja nicht das erste Mal.

Aber Glenn nahm mich nicht nur mit Feiern, er brachte die Feiern auch zu unserem Haus. Eines Morgens, ich war in der Nacht erst um kurz nach zwei von der Arbeit wiedergekommen, wurde ich von Leuten stimmen geweckt. Und sie verschwanden auch nicht.
Ich liebes es ja, wenn etwas passiert, also zog ich mir meinn Arbeitsshirt wieder an, dass noch neben dem Bett lag und schaute wir das Spektakel an.
Lilli? What are you doing here?“- „I was sleeping“ Andy konnte es nicht fassen. Er hatte nicht gewusst, dass Glenn mein Mitbewohner war. Marias Flatmate fragte mich, ob ich immer in meinem Arbeitsshirt schliefe. Auch eine dumme Frage. Courtney drückte mir ein Bier in die Hand und ich ließ mich nach draußen ziehen. Wir machten Fotos mit dem Sonnenaufgang, quatschten und einige Leute probierten mein pinkes Fahrrad aus. Andy schaffte es, umzukippen und sich seine Hose im Schnitt aufzutreiben. Am nächsten Tag behauptete, er sich nicht mehr daran erinnern zu können, trug die Hose aber noch über eine Woche notdürftig genäht zur Arbeit, bis er sich endlich eine neue kaufte.
Als ich gerade alle verabschiedet hatte, kam Storm in die Küche, nahm mich an der Hand und zog mich wortlos zurück ins Schlafzimmer.

Zum Saint Barbara's Festival sind Storm und ich in die Stadt gefahren. Noch nie habe ich die Stadt so voll gesehen! Es erinnerte mich sehr an Karneval. Riesige Mienenfahrezeuge fuhren durch die breiten Straßen Kalgoorlies und es wurden tatsächlich auch ein paar Süßigkeiten geworfen. Storm hob mir eines auf, schon halb geschmolzen, aber eigentlich ganz lecker.

An einem Sonntagnachmittag fuhr ich Storm in seiner Mittagspause besuchen und brachte ihm Cola und Eis vorbei. Es ist unglaublich, wie sehr ich mich freute, als er dann seinen Manager fragte, ob er frühzeitig nach Hause gehen dürfte. Anstatt weiter zu arbeiten, fuhr er mit mir ins Schwimmbad!

Ein anderes Wochenende überzeugte ich ihn, für den Sonnenuntergang zum Mount Charlotte Lookout zu fahren. Beim Hochlaufen verliefen wir uns ersteinmal, waren aber rechtzeitig dort. Vor der orangenen Sonne schossen wir eines meiner Lieblingsselfies.








Dienstag, 29. Oktober 2019

Disney Quiz


Mittwoch, 30.10.2019
Was ist seit dem passiert?
Immer wieder Kleinigkeiten.
Ein Typ wollte meine Nummer, dem habe ich ein Hi auf den Arm geschrieben, einer steckte mir eine Visitenkarte zu, welche ich sofort in den Muell schmiss. Ich verlor 5 Dollar Trinkgeld innerhalb einer halben Stunde.  Ich habe festgestellt, dass ich die Arbeit in der Bar besonders liebe, weil ich so viele Flaschen in den Mülleimer pfeffern darf und sich keiner beschwert. Im Restaurant dürfte ich das nicht.
Ich liebe die Security Männer, die sind alle total lieb. Nach der Arbeit nehmen sie sich immer eine Flasche Saft, anstelle eine alkholischen Getränkes und einer der Männer sagt jedes Mal: "Good night and stay safe!" So lieb!Sie benehmen sich, als wären wir Barmaids ihre Kinder.
Mittwoch blieb ich nach der Arbeit noch zwei Stunden laenger und verbrachte Zeit mit meinen Kollegen, die ordentlich tranken. Wir sangen Lieder von Greece, Mamma Mia und Aehnlichen, Charlie, Jordyn und Taylor veranstalteten eine Sing Show und wir erzaehlten uns unsere craziesten/naughtiesten Geschichten. Sallys waren wohl die besten. Irgendwann klopfte jemand ans Fenster, woraufhin Sally und Charlie kichernd durch die Rolladen lukten und "see ya, see ya" riefen.
Am Samstag hatten wir ein Quiz im Restaurant, wodurch ich eine 12 Stundenschicht hinter mich bringen musste. Das Thema war Disney und viele Gaeste waren passend dazu verkleidet. Wir Kellner trugen Mickey Mouse Ohren.
Sonntag hatte Storm etwas eher Schluss, sodass wir etwas Zeit miteinander verbringen konnten, er mich zur Arbeit brachte und auch wieder mitten in der Nacht abholte. Eine gute Stunde waren Glenn und er an diesem Abend auch im Exchange und wir hatten immer wieder Zeit zu scherzen. Diskussionen zwischen den beiden, ob ich nun als Skimpie arbeiten sollte (Glenn) oder nicht (Storm),  wahnwitzige Ideen wie, ich könnte rocu meiner Kollegin einen Arschklaps geben, was ich natürlich verweigerte. Mein hochroter Kopf veranlasste die Jungs nur zum Lachen und Chloe dazu, immer wieder mit wackelnden Hintern hinter meinem Ruecken herangeschlichen zu kommen.
Montag wurde das Haus fuer die Inspektion durch die Vermieterin auf Hochglanz gebracht, Dienstag der RSA Online Test zum Verantwortungsbewussten Service von Alkohol durchgezogen. Besonders Taylor half mir bei vielen Fragen, waehrend wir meine Kartoffelecken als Nervennahrung verdrueckten.
Am Tag vorher hatte Storm das (pinke!) Fahrrad aus der Garage repariert und mit diesem war ich nun zur Arbeit gefahren. Da er mich aber nicht alleine durch die Dunkelheit fahren lassen wollte, holte er mich mit dem Auto ab und wir quetschen den Drahtesel auf den Ruecksitz. Kein leichtes Unterfangen. Beim nächsten Mal fahre ich doch lieber mit dem Rad.
Mittwoch verbrachte ich die Zeit zwischen meinen Schichten dann wieder in der Bar.

Sonntag, 20. Oktober 2019

Boulderfest


Freitag, 18.10.2019
Aufgrund einer erneuten Split Shift setzte ich mich wieder in die Bar.
Sally hatte gerade Mittagspause, aber sobald diese zuende war, setzte ich mich auf die andere Seite der Bar. Keine fuenf Minuten spaeter fand ich mich im Gespraech mit Chris und Alex wieder.
"What's going on?" "I am buying a chin." War wahrscheinlich die Zusammenfassung unserer Begegnung. Chris waere naemlich angeblich "chinless" und haette nur Lippen, Nacken und Bart dazwischen.
Zwischendurch tauschte Alex einen Fuenfer in Muenzen und wir warfen diese in den Carlton Dry Butt Becher einer der Skimpies. Und wer traf und bekam Schokolade geschenkt? Tatsaechlich ich.
Chris hatte mir bereits ein Bier ausgegeben und es war laut Australischen Bierrunden regeln eigentlich "my Shout" zu zahlen, als ich die Mitteilung bekam, ich faenge um vier, also eine halbe Stunde spaeter an zu arbeiten. Also lieber ein Wasser und ein Grund, sich wiederzusehen.
Wir teilten uns noch Alex Kartoffelecken und Cheesy Garlic Bread bevor ich endgueltig gehen musste.
Um elf konnte ich dann aber schon nach Hause, da echt nichts los war. Bis kurz vor zwei sassen Glenn und ich auf der Couch und redeten.
Sonntag, 20.10.2019
Das Einkaufen hatten die Jungs am Vortag dann doch alleine erledigt, da erst Storm und ich und dann Glenn sich viel zu spaet aus dem Bett bequemt hatte. So war aber fuer ein tolles Fruehstueck gesorgt.
Kurz vor Lunchtime fuhren wir dann zur Recreation Bar. Anstatt eines richtigen Oktoberfestes, wird hier das Boulderfest gefeiert. Die Leute kaufen sich in der ersten Bar ein Stein (wie ein kleines Mass) mit Iron Jacks und das kann dann in jeder Bar aufgefuellt werden. Glenn und ich bezahlten abwechselnd, Storm verblieb bei zwei Getraenken und Kartoffelecken an diesen Nachmittag.
In der zweiten Bar stapelten Glenn und ich Bierdeckel, waehrend Storm seinen Spass daran hatte, die Kunstwerke einstuerzen zu lassen.
Dort trafen wir auf Sally und Courtney, die sich dann auch zu uns gesellten. Da sie sich besser auskannten als wir, fuehrten sie und drei ihrer Freunde uns von Bar zu Bar. Zwischendurch stiegen wir dann auf Rum um.
Um halb acht waren Storm und ich bettfertig. Ich hatte noch Haehnchenschenkel und Gemuese verputzt, dass vom Abendessen des Vortags uebrig geblieben war.
Um halb eins Nachts war ich dann natuerlich wieder hell wach und telefonierte ueber eine Stunde mit Sarina.

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Interesting people


Montag, 14.10.2019
Bei der Arbeit war nichts los. Unter den Mitarbeitern redeten wir deshalb viel und um neun Uhr war dann auch schon Schluss. So hatte ich noch etwas von einem gemuetlichen Abend.

Dienstag, 15.10.2019
Morgens beendete ich Lucifer, von 12 an ging ich arbeiten. Ich hatte Charlies Lunchschicht ueberommen. Ab halb drei hatte ich dann aber wieder frei und setzte mich nach draussen in die Sonne. Ein Kerl unterhielt sich kurz mit mir.
Mit einem Pint XXXX Gold setzte ich mich ebenfalls in die Bar, redete etwas mit Sally und telefonierte mit Sarina. Typi lief zwischendurch an mir vorbei und stellte sich vor. Sobald ich aufgelegt hatte, wank er mich zu sich hinueber. Er stellte sich als Troy vor und der aeltere Mann auf meiner anderen Seite als Dave.
Ich unterhielt mich die nächsten zwei Stunden mit den beiden und Dave gab mir einige Tipps zur Westkueste. John, ein aelterer Franzose schrieb mir ein franzoesisches Kompliment auf einen Zettel, das ich mit einem deutschen Dankeschoen erwiderte.
Den Stift, den ich heute wieder gefunden und mir ins Haar gesteckt hatte, kam auch im Restaurant noch zweimal zum Einsatzen. Die erstaunten Blicke, sobald ich den Stift hervorgezaubert hatte, waren es schon wert.

Mittwoch, 16.10.2019
Mittags traf ich mich mit Troy im Exchange. Dort redeten wir kurz mit zwei anderen Kerlen (Ben, Mat; ich allein mit drei Neuseeländern - kein Tippfehler, wirklich Neuseeländer, wo war ich hier eigentlich gelandet?). Dann schlenderten wir durch ein paar Shops, bevor wie wieder im Exchange bei den anderen beiden landeten. Neben einem Bier, lud er mich sogar zu Fish Tacos ein. Als ich wie das letzte Mal das Guenstigste der Biersorten bestellen wollte, kloppten sich alle drei darum, mir eines auszugegeben. XXXX Gold waere abartig. Ben versuchte irgendwann Sally mit dem Spuelen zu helfen und lief mit dem Blech voller Pints los, um die Kueche zu suchen. Troy fuer ein Beweis Video hinterher. Sally war kurz vorm Durchdrehen.
Der Boss (Peter) der beiden anderen stiess ebenfalls hinzu und lud mich zur Besichtigung der Mine in Menzies ein.
Die Arbeit war etwas chaotisch, aber auch das hatten wir irgendwann wieder unter Kontrolle.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Weekend feeling

Freitag, 11.10.2019
39 Grad sind eindeutig zu viel des Guten.
Meine erste Spaetschicht in der Bar verlief super. Glenfiddich-Typy war wieder da. Erst im Restaurant, dann in der Bar.

Samstag, 12.10.2019
Ausgeschlafen traf ich mich mittags mit einem Franzosen im Hostel. Ich hatte ihn auf Facebook angeschrieben und er mich spontan eingeladen. Alle Backpacker dort waren super nett. Wir redeten, spielten Billiard und sprangen sogar kurz in den eiskalten Pool. Er kochte sogar Bacon und Ei fuer mich. Super lieb.
Bei der Arbeit in der Bar hatte ich ein im Nachhinein ziemlich lustiges Missverstaendnis. Jemand schob mir ein fast vollen Pint mit Bier entgegen. "Pour it away and give me anything better". Drei mal fragte ich nach, welches Bier er denn "besser" faende und schlug ihm sogar Swan vor. Seine Antwort war aber immer nur. "Just anything better, I don't like Swan". Bis ich dahinter kam, dass er die ganze Zeit probierte, die Biersorte Emu Bitter zu bestellen, verging eine halbe Ewigkeit.

Sonntag, 13.10.2019
Storm war arbeiten, aber Glenn fuhr mit mir erst zum Fruehlings Festival im Hammond Park und dann zu dem Salzsee Levroy. Dort wanderten wir einen Pfad entlang und genossen die schraege Aussicht auf die fast weisse Wasserflaeche.  Auf dem Rueckweg fuhren wir etwas Off Road (mussten dafuer einen Baum etwas kuerzen), einfach weil uns danach war.
Um den Tag abzurunden setzten wir uns in den Garten des Kalgoorlie Hotels, tranken Bier, assen Pommes und redeten mit Live Musik im Hintergrund.
Danach fuhren wir mit einem ganzen Slab Great Northern zu Robbs Place und spielten Billiard. Storm stiess spaeter dazu. Glenn und ich verbuendeten uns und rieben ihm jedes Detail unseres gelungenen Tages unter die Nase.